Sofie Nyreröd, Chief Human Resources Office

Wir machen Nexus so attraktiv, dass wie keine Recruiter mehr brauchen.

WIR STELLEN VOR: Sofie Nyreröd, Chief Human Resources Officer (CHRO) beim Identity- und Security-Spezialisten Nexus Group. „Alle unsere Führungskräfte bei Nexus haben eine umfassende Personalverantwortung. Außerdem machen wir Nexus so attraktiv, dass wir keine Recruiter oder Headhunter mehr brauchen.

Wie sind Sie zu Nexus gekommen?

„Nach meinem Studium der Verhaltenswissenschaft und Betriebswirtschaft an der Universität Stockholm habe ich 2 Jahre in der Personalabteilung der Gemeinde Västerås gearbeitet, bevor ich zum Consulting-Unternehmen McKinsey & Company kam. Dort war ich über 20 Jahre in der Finanz- und Personalabteilung sowie im Back-Office-Bereich tätig. Später war ich dann 10 Jahre CHRO des schwedischen Teils des Versicherungsunternehmens If, sagt Sofie Nyreröd.

Was haben Sie erreicht, seit Sie im September 2016 zu Nexus kamen?

„Nexus ist aus mehreren einzelnen Firmen entstanden und die verschiedenen HR-Strukturen waren noch nicht konsolidiert, als ich in das Unternehmen kam. Also entwickelten wir ein Organigramm sowie eine Titelstruktur und implementierten einen gemeinsamen Dialogprozess für die Mitarbeitergespräche mit einem zusätzlichen Kalibrierungs-Gespräch. Zudem haben wir die Vergütungen strukturiert, damit wir sie schrittweise anpassen können. Und wir haben jetzt einheitliche Regeln für Urlaub, Sozialleistungen und vieles andere. Die Konsolidierung der übernommenen Firmen mit einheitlichen Strukturen und Prozessen war eine sehr umfangreiche Aufgabe.“

„Zudem haben wir mit &frankly ein neues Tool für Mitarbeiterumfragen eingeführt. Anstatt einmal pro Jahr ein langweiliges 4-Seiten-Formular auszufüllen, bekommen alle Nexus-Mitarbeiter mehrmals im Jahr ein paar kurze Fragen per E-Mail oder in einer mobilen App. Das ist ein sehr interessantes Tool, mit dem wir das Engagement und die Motivation unserer Mitarbeiter steigern können“, sagt Sofie Nyreröd.

Nexus hat 300 Mitarbeiter und das HR-Team besteht aus nur 3 Vollzeit-Mitarbeitern – warum so wenige?

„Wir könnten sicher noch einige zusätzliche Kollegen einstellen, ohne dass diese sich langweilen würden. Aber ich bin überzeugt, dass Nexus als Arbeitgeber noch attraktiver ist, wenn unsere Führungskräfte selbst die Personalverantwortung für ihre Mitarbeiter übernehmen. Ich sage unseren Führungskräften immer, dass sie die eigentlichen HR-Manager sind, auch wenn ich natürlich formal diesen Titel habe.“

“Die Aufgabe unseres HR-Teams besteht darin, die Manager mit Schulungen, Tools, Prozessen und Coaching zu unterstützen, sodass sie gute Führungskräfte sein können, die wirklich Verantwortung für ihre Mitarbeiter sowie deren Erfolg und Entwicklung übernehmen“, erklärt Sofie Nyreröd.

Welche Vorteile hat es, wenn die Führungskräfte eine wichtige Rolle im HR-Management übernehmen?

„Damit schaffen wir die Basis für ein erfolgreiches und attraktives Unternehmen mit engagierten und motivierten Mitarbeitern. Eine aktuelle schwedische Studie hat ergeben, dass nur 16 Prozent aller Mitarbeiter engagiert und motiviert sind, und dass einige sogar aktiv gegen die Interessen ihres Unternehmens handeln. Folglich gehört es zu den wichtigsten Aufgaben jedes HR-Teams, das Engagement und die Motivation der Mitarbeiter zu steigern. Das kann entscheidend für die Zukunft eines Unternehmens sein. Natürlich brauchen Sie auch Mitarbeiter, die über die richtigen Fähigkeiten verfügen, aber das ist in der Regel der leichtere Part.“

„Es gibt zwei wichtige Voraussetzungen, um engagierte und motivierte Mitarbeiter zu bekommen. Zunächst einmal müssen Sie die richtigen Leute einstellen – Menschen mit einer inneren Überzeugung und Persönlichkeit. Sie können hier wesentlich bessere Ergebnisse erzielen, wenn die Führungskräfte es als eine ihrer wichtigsten Aufgaben ansehen, diese guten Leute zu finden und einzustellen. Und dann brauchen Sie gute Führungskräfte, die es schaffen, dass ihre Mitarbeiter die Ziele und die Vision des Unternehmens verstehen, und die ihre Mitarbeiter anerkennen und coachen. Doch das Führungspersonal darf nicht nur freundlich und motivierend sein, es muss auch fordern und sicherstellen, dass sein Team Leistung bringt“, sagt Sofie Nyreröd.

Nexus konnte seine Kosten für das Recruiting wesentlich reduzieren. Wie kam es dazu?

„Wir nutzen manchmal noch Personalvermittler und Headhunter, doch das wird immer seltener. Im Idealfall nutzen unsere Führungskräfte ihre eigenen Netzwerke oder die ihrer Mitarbeiter, um neues Personal zu finden. Hinzu kommen Leute, die sich aktiv bei uns bewerben. Wir machen Nexus so attraktiv, dass wir keine Recruiter oder Headhunter mehr brauchen. Zudem schalten wir weniger bezahlte Stellenanzeigen, auch wenn wir diese weiterhin nutzen, weil sie ein gutes Mittel für Employer Branding sind“, sagt Sofie Nyreröd.

Was macht Nexus für Bewerber so attraktiv?

„Letztlich geht es um drei Faktoren: „Wir arbeiten mit modernster Technologie in einer Branche, die sehr interessant und dynamisch ist – wir können also spannende und stetig wechselnde Aufgaben anbieten. Und wir haben bereits viele großartige Leute in unsere Teams geholt – das allein schon macht uns interessant für junge Talente, denn jeder möchte mit den Besten in seinem Fach arbeiten. Zudem haben wir hervorragende Führungskräfte, die ihre Mitarbeiter anerkennen und coachen“, sagt Sofie Nyreröd.

Aber bei Nexus gibt es kein Bällebad oder Kühlschränke mit kostenlosem Essen.

„Nein. Wir werden voraussichtlich keine kostenlosen Speisen anbieten. Das ist auch immer eine Gratwanderung. Einerseits sind die Behörden in Schweden und Deutschland nicht gerade begeistert davon und ich glaube auch nicht, dass unsere Entwickler ein Bällebad wirklich nutzen würden. Andererseits vergleichen Entwickler ihr Arbeitsumfeld auch mit dem bei Google, Spotify oder Klarna und möchten das Gefühl haben, dass ihnen hier bei Nexus ähnlich viel geboten wird.

„Doch letztlich sind diese Dinge nicht entscheidend dafür, ob jemand sich für einen Job entscheidet oder bei einer Firma bleibt. Wirklich attraktiv wird ein Unternehmen durch die Faktoren, die ich zuvor genannt habe. Das beweist auch die große Zahl der begehrten Mitarbeiter, die wir gewinnen und halten konnten“, sagt Sofie Nyreröd.

Welche Projekte stehen demnächst an?

„Wir haben immer noch kein einheitliches HR-System. Das werden wir im 2. Quartal 2018 implementieren. Damit können wir dann einige unserer HR-Prozesse digitalisieren und automatisieren. Zudem werden wir mehr über Self-Service-Prozesse abwickeln. Das wird auch dazu führen, dass wir Daten als Basis für mehr Aufgaben nutzen können.

„Außerdem treiben wir natürlich die Weiterentwicklung unserer Führungskräfte voran und stehen ihnen auch zukünftig mit Inspiration und Kompetenz zur Seite“, sagt Sofie Nyreröd.

Wie würden Ihre Kollegen Sie beschreiben?

„Ich hoffe, sie würden sagen, dass ich eine positive Einstellung und gute HR-Kenntnisse habe, ein guter Zuhörer und bescheidener Mensch bin und dass ich keine Scheu habe, selbst mit anzupacken. Ich lege keinen Wert darauf, im Rampenlicht zu stehen, aber ich möchte das Gefühl haben, dass ich etwas für Menschen bewirken kann. Beziehungen sind für mich sehr wichtig“, sagt Sofie Nyreröd.

Published 10/1 2018

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