Anders Berg CFO bei Nexus

„Wir ersetzen Meinungen und Vermutungen durch datenbasierte Entscheidungen.“

WIR STELLEN VOR: Anders Berg, Chief Financial Officer (CFO) beim Identity- und Security-Spezialisten Nexus Group. „Unser neues ERP-System liefert uns die erforderlichen Informationen, um Meinungen und Vermutungen durch datenbasierte Entscheidungen zu ersetzen. Damit werden wir unser Umsatzwachstum weiter beschleunigen.“

Wie sind Sie zu Nexus gekommen?

„Ich habe Betriebswirtschaft an der Universität Uppsala studiert und danach zunächst als Auditor gearbeitet, bevor ich CFO bei einem Elektronikhersteller wurde. Danach habe ich mit anderen das Dotcom-Unternehmen Jahaya.com gegründet, aufgebaut und verkauft. Anschließend wurde ich VP Head of Finance bei Investor AB, Skandinaviens größter börsennotierter Industrieholding, später dann CFO der Orc Group, einem Software- und Serviceunternehmen, das weltweit führender Anbieter von Trading-Technologie für die Finanzbranche ist.

„Außerdem war ich CFO der Swedbank C&C, Schwedens Bank mit dem größten Kundenbestand sowie CFO und Interim-CEO von Bisnode, einem Anbieter von Wirtschaftsinformationen. Zuletzt war ich Interim-CFO bei Cleanergy, einem der weltweit führenden Anbieter nachhaltiger Lösungen für die Energieerzeugung auf Basis von Stirling-Motoren.

„Ich habe in verschiedenen Branchen und in für Unternehmen unterschiedlicher Größe gearbeitet. Das kleinste hatte 3 Mitarbeiter, das größte 14.000,“ sagt Anders Berg.

Die Aufgaben eines CFO sind in jedem Unternehmen anders. Wie sieht Ihre Arbeit bei Nexus aus?

„CFOs sind immer auch ein Sparringspartner für den CEO und natürlich verantwortlich für den Bereich Finanzen. Der CFO muss das Geschäft und die Kunden verstehen, um Einfluss auf die Unternehmensstrategie zu nehmen sowie das Controlling und die Steuerung des Unternehmens zu bestimmen. Ein großer Teil der Arbeit besteht darin, den Vorstand und die Aktionäre mit Informationen zu versorgen.

„Der CFO bei Nexus ist auch für den Bereich Sicherheit und die Vertriebsfunktionen verantwortlich. Letzteres ist das Bindeglied zwischen Vertrieb und Finanzen – eine sehr wichtige Funktion, die es den beiden Teams ermöglicht, sich auf ihre jeweiligen Kernaufgaben zu konzentrieren”, erklärt Anders Berg.

Was haben Sie erreicht, seit Sie im Juli 2017 zu Nexus kamen?

„Ich habe dazu beigetragen, die Finanzabteilung mit klaren Strukturen neu auszurichten. Darüber hinaus habe ich verschiedene neue Prozesse eingeführt und sichergestellt, dass die gesamte Organisation prozessorientiert arbeitet. Gute Prozesse sind die Grundlage dafür, dass wir strukturiert arbeiten, dass Verantwortlichkeiten einzelnen Personen zugeordnet sind, dass wir zur richtigen Zeit Zugang zu den richtigen Informationen haben, dass die richtige Person zur richtigen Zeit das Richtige tut und dass wir so viel wie möglich digitalisieren. Darüber hinaus habe ich die Bereiche Reporting, Monitoring und Governance optimiert.“

„Außerdem konnte ich dazu beitragen, einen Vertrag mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) über ein Darlehen von 29 Millionen Euro abzuschließen. Damit können wir die Entwicklung von Innovationen beschleunigen, noch schneller wachsen und unsere Smart ID Strategie langfristig unterstützen. Zudem ist diese Vereinbarung ein wichtiges Signal für unsere Partner und Kunden, denn die Unterstützung der EIB ist auch eine Art Qualitätssiegel“, sagt Anders Berg.

An was arbeiten Sie gerade?

„Meine wichtigste Aufgabe ist aktuell die Einführung eines neuen ERP-Systems (Enterprise Resource Planning) – das ist so etwas wie eine Herztransplantation bei einem Unternehmen. Aktuell haben wir unterschiedliche Systeme und sehr viele manuelle Prozesse. Wir haben uns für Microsoft Dynamics 365 entschieden, weil es eines der besten Systeme auf dem Markt ist und wir bereits zahlreiche andere Lösungen von Microsoft nutzen.

„Unsere Zeitplan ist sehr ambitioniert: Teile des ERP-Systems werden im März implementiert und wir wollen das Projekt im September 2018 abschließen. Wir können das so schnell umsetzen, weil wir die Unterstützung unserer eigenen Entwickler haben. Die meisten Unternehmen verfügen nicht über diese Inhouse-Kompetenzen. In manchen Organisationen stoßen derartige Projekte auch auf internen Widerstand, wenn eigentlich Kooperation gefragt ist. Unser Projekt basiert nicht auf einem herkömmlichen Modell, wir setzen auf eine sehr agile Projektstruktur“, sagt Anders Berg.

Welche Projekte stehen anschließend an?

„Das Stichwort heißt datenbasierte Entscheidungen. Wir ersetzen Meinungen und Vermutungen durch harte Fakten und können dadurch fundierte Entscheidungen treffen. Unser neues ERP-System liefert die Daten, die wir dann mit Unterstützung unserer Controller analysieren.

„Damit werden wir unser Umsatzwachstum weiter beschleunigen. So können wir z. B. durch Berücksichtigung aller Kostenfaktoren sofort erkennen, wenn wir mit einem bestimmten Modell einer RFID-Karte Verluste machen. Dann können wir entscheiden, ob wir das Produkt neu kalkulieren, den Verkauf einstellen oder den Verlust in Kauf nehmen, weil wir durch den Vertrieb des Produkts Vorteile oder Gewinne in anderen Bereichen erzielen können.“

„Digitalisierung, Automatisierung und Big Data sind aktuell sehr wichtig im Finanzbereich – viele meiner CFO-Kollegen haben diese Themen auf ihrer Agenda“, sagt Anders Berg.

Wie wirkt sich dieser Trend auf den Markt von Nexus aus?

„Die Sicherheitsanforderungen steigen dramatisch, daher gibt es einen direkten Zusammenhang zwischen weltweiten Trends und dem Geschäft von Nexus. Die Datenmengen nehmen kontinuierlich zu und immer mehr Daten enthalten wertvolle Informationen, die gegen Diebstahl und Manipulation geschützt werden müssen. Die Identity- und Security-Branche wächst rasant und das Marktpotenzial ist enorm“, sagt Anders Berg.

Wie würden Ihre Kollegen Sie beschreiben?

„Ich denke, sie würden sagen, dass ich keine Angst habe, Entscheidungen zu treffen, und das stimmt. In Kriegen sind mehr Menschen an den Folgen fehlender Entscheidungen gestorben als an den Folgen von Entscheidungen. Ich habe im Laufe meiner Karriere viele Entscheidungen getroffen und ich mache von Mal zu Mal weniger Fehler. Und wenn ich eine Entscheidung treffe, die sich als falsch herausstellt, dann kann ich das eingestehen. Ich sage dann: Das war nicht richtig, ändern wir es.“

„Sie würden wahrscheinlich auch sagen, dass ich ruhig, verständnisvoll, empathisch und eine gute Führungskraft bin. Und dass ich gute analytische und kommunikative Fähigkeiten habe, dass ich belesen bin und großes Interesse am Geschäft unseres Unternehmens habe“, erklärt Anders Berg.

Beschreiben Sie uns einen durchschnittlichen Tag in Ihrem Leben!

„Nach dem Frühstück in meiner Wohnung in Vasastan fahre ich mit dem Auto oder der Metro zur Arbeit. Im Büro lese ich die eingegangenen Mails. Meistens habe ich viele Meetings und dazwischen widme ich mich in der Regel einer Hauptaufgabe für den Tag. Häufig gibt es auch aktuelle, dringende Themen, mit denen ich mich befassen muss. Kein Tag ist wie der andere.“

„Abends fahre ich nach Hause zum gemeinsamen Abendessen mit meiner Frau. Danach lese ich ein Buch, sehe mir einen Film an, gehe ins Theater oder in ein Konzert oder nehme an anderen kulturellen Aktivitäten teil“, sagt Anders Berg.

Published 10/1 2018

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